CX 07 – Das Christentum als mystische Tatsache

 

Die geläufige GA-Ausgabe wurde seit 1925 immer wieder in einer Form verlegt, die von der  tatsächlichen Ausgabe letzter Hand abweicht.Zwar hatte Rudolf Steiner im Jahre 1921 begonnen die Fassung von 1910 (2.–4. Auflage) zu überarbeiten, konnte diese Arbeit aber vor seinem Tode nicht zu Ende bringen und so auch selbst keine neue Ausgabe veranlassen.   Dies bedeutet, daß die Ausgabe von 1910 die »Ausgabe letzter Hand« ist.Trotzdem wurde nach seinem Tode (30.03.1925) schon im Jahr 1925 vom Philosophisch-Anthroposophischen Verlag am Goetheanum eine neue Ausgabe als 5. Auflage veröffentlicht, die auf dem unvollendeten Manuskript fußt; diese gilt seitdem als Ausgabe letzter Hand für alle weiteren Auflagen.

Rudolf Steiner hatte in der Überarbeitung von 1921 größere Änderungen nicht nur im Wortlaut, sondern auch in den Gedankenformen vorgenommen.Doch dies hatte er gründlich nur bis zum 4. Kapitel getan.Die 5. Auflage von 1925 ist also tatsächlich eine »Misch-Komposition« aus der Ausgabe 1910 und der anfänglichen Überarbeitung von 1921.

Seitdem liegt die Ausgabe aus dem Jahr 1925 den folgenden Auflagen (1949, 1959) zugrunde und ab 1976 auch dem Band der Gesamtausgabe im Rudolf Steiner Verlag, der sie dort als die von Rudolf Steiner herausgegebene Ausgabe, d.h. als Ausgabe letzter Hand, bezeichnet.Zu diesen Erkenntnissen bin ich nach gründlicher Prüfung der Unterlagen im Rudolf Steiner Archiv gekommen.Hierunter finden Sie Begründung des Herausgebers (mit meinen Hervorhebungen) der GA-Fassung aus dem 1989 zuletzt veröffentlichten GA Band.

»Textgrundlage: Der ersten Auflage von 1902 unter dem Titel «Das Christentum als mystische Tatsache» folgte 1910 eine zweite, neu durchgearbeitete und erweiterte Auflage mit dem erweiterten Titel«Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums». Die dritte und vierte Auflage im Jahre 1910 waren unveränderte Nachdrucke der zweiten. Für die fünfte Auflage (vorgesehen für 1921 im Verlag «Der Kommende Tag A.G.» Stuttgart, erschienen 1925 im Philosophisch-Anthroposophischen Verlag Dornach), bearbeitete und erweiterte Rudolf Steiner den Text noch einmal. Diese letzte von Rudolf Steiner besorgte Ausgabe liegt allen späteren Auflagen zugrunde.[]

Für die neunte Auflage (1989) wurde der Text mit der letzten von Rudolf Steiner besorgten Ausgabe (1925) und den dazugehörigen Korrekturfahnen genau verglichen. Alle seit dieser Ausgabe von Herausgebern vorgenommenen Korrekturen wurden geprüft und entweder rückgängig gemacht oder, wo nötig, so belassen und in nachfolgendem Verzeichnis der Textkorrekturen und Textvarianten nachgewiesen. Nicht besonders erwähnt wurden Druckfehlerkorrekturen und die behutsamen Modernisierungen in Orthographie und Interpunktion sowie die geringfügigen Abweichungen bei Zitaten. Bei Zweifelsfällen wurde auf die zweite und auf die erste Auflage zurückgegriffen. Die Hinweise und das Namenregister wurden ergänzt.«

Das Christentum als mystische Tatsache, GA 8 (1989), S. 183 f.

 

Im Code-X-Band Nr. 7 hingegen wird der Originaltext der 2.  Ausgabe (1910) wiedergegeben wie auch ausführlichere Erläuterungen zu den oben dargestellten Problemen.